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Ein
kleiner Leitfaden zur Manipulation von Suchergebnissen
1. Einleitung
Für
den Erfolg einer Webseite ist es unerlässlich, in den Ergebnissen einer
Suchmaschine an einer der vorderen Positionen aufgeführt zu werden. 90% aller
Internetbenutzer verwenden Suchmaschinen. Nach neuesten Erkenntnissen schenken
aber nur noch ca. 30% von ihnen Ergebnissen auf der zweiten Suchergebnisseite
Beachtung. Da Suchmaschinen Webseiten nach bestimmten Kriterien bewerten - die
allerdings je nach Anbieter unterschiedlich sein können und sich im Laufe der
Zeit ändern - kann eine Webseite auf diese hin ausgerichtet werden, um ein möglichst
hohes Ranking zu erzielen. Dazu bedarf es heutzutage allerdings fast schon eines
Spezialisten, der sich professionell mit der Optimierung von Webseiten beschäftigt,
eines sog. SEO (Search Engine
Optimizers).
Gegen
Websiteoptimierung an sich ist auch nichts einzuwenden. Wenn diese dazu führt,
dass Nutzer unter den von ihnen eingegebenen Suchbegriffen einschlägige
Webseiten präsentiert bekommen, sind diese mit der Qualität der Suchmaschine
zufrieden und werden sie wieder benutzen. Greifen Webmaster allerdings auf
Optimierungsmittel zurück, nur um den Traffic ihrer Website zu erhöhen und
erzeugen sie dabei irrelevante Suchergebnisse, können solche Maßnahmen von
Suchmaschinen als Spam, also als unzulässige und aufdringliche Werbeaktionen,
gewertet und gegen die jeweiligen Webmaster Maßnahmen ergriffen werden, i.d.R.
der Ausschluss aus dem Index der Suchmaschine. Dies hat zur Folge, dass eine
Webseite nicht mehr über die Suchmaschine gefunden werden kann.
Die
Grenze zwischen hilfreicher Websiteoptimierung und bedenklicher Einflussnahme
auf Suchresultate ist oft fließend
und wird von Suchmaschine zu Suchmaschine unterschiedlich beurteilt. Welche Maßnahmen
als unzulässig betrachtet werden, lässt sich auf den Webseiten der
Suchmaschinen jeweils in Erfahrung bringen (siehe z.B. die Google-Informationen
für Webmaster).
Das
Ziel, Suchmaschinen auszutricksen, ist heute durchaus populär, doch Suchdienste
reagieren schnell. Was heute noch funktioniert, kann morgen schon als Spam
gelten und zum Ausschluss aus dem Index führen. Im Folgenden werden einige der
Methoden vorgestellt, mit denen versucht wurde oder teils noch immer versucht
wird, das Ranking einer Webseite zu beeinflussen. Den magischen Trick, seine
Webseite unter den Suchergebnissen prominent zu platzieren, gibt es aber nicht.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in hochwertigem Inhalt (Content) und Links von
selbst gut bewerteten Webseiten und dies setzt aufwendige und systematische
Arbeit voraus.
Problem einer
Suchmaschinen-Spam-Definition
In einem Panel bei der
Search Engine Strategies
2006 wurde versucht, eine
Definition für
Suchmaschinenspam zu finden.
Einige zentrale Überlegungen
sollen hier kurz
nachvollzogen werden:
-
Als Suchmaschinenspam
werden grundsätzlich
solche Seiten angesehen,
die entweder Nutzer in
die Irre führen sollen
oder die keinerlei
Zusatznutzen für Surfer
bieten. Zu letzterer
Kategorie sollen
Webseiten zu zählen
sein, die den gleichen
Inhalt wie andere
Webseiten aufweisen, so
z.B. die zahlreichen
Wikipedia-Klone oder
auch Shop-Seiten im
Rahmen von
Affiliate-Programmen.
Der Teufel dürfte hier
aber im Detail stecken.
Wer nach einem
Lexikoneintrag sucht,
ist bei Wikipedia an
einer guten Stelle.
Weitere Suchergebnisse,
die ihn zu Webseiten
führen, die lediglich
den Eintrag kopiert
haben, bringen ihm
keinen Nutzen. Im
Gegenteil: Die aktuelle
Version findet sich
allein bei Wikipedia. Wo
es aber nicht einen
derartigen Marktführer
gibt und mehrere
Webseiten die gleichen
Informationen erhalten,
wird es schwer, zu
sagen, wer der "Spammer"
ist. Es finden sich z.B.
zahlreiche Webseiten mit
Urteilssammlungen.
Sollte hier wirklich nur
derjenige den Surfern
einen Nutzen
verschaffen, der als
erstes ein neues Urteil
Online stellt?
-
Nach Ansicht von Danny
Sullivan von Search
Engine Watch ist Spam
alles das, was
Suchmaschinen für Spam
halten. Diese
weitgehende
Definitionsmacht für
Suchmaschinenbetreiber
ist aber nicht
unproblematisch.
Irgendwo müssen hier
auch Grenzen gezogen
werden. Zumindest bei
marktbeherrschenden
Suchmaschinen ist es
vorstellbar, dass diese
nicht willkürlich Spam
definieren dürfen.
-
Die meisten
Suchmaschinen bestrafen
pauschal die Verwendung
bestimmter
Suchmaschinenoptimierungstechniken.
Entscheidend sollte es
aber auf die Intention
der Maßnahme ankommen.
Erfolgt die Verwendung
z.B. von Doorway Pages
nur zu dem Zweck, dass
Webseiten unter
zutreffenden
Suchbegriffen gefunden
werden, fällt es schwer,
dies als Spam zu
bezeichnen. Und in der
Tat ist es so, dass
Google einigen
Webmastern deren
Verwendung ausdrücklich
erlaubt hat, z.B. wenn
Webmaster Nutzer auf
Datenbanken mit
entgeltlichen Inhalten
aufmerksam machen
wollen. Eine Bevorzugung
einzelner Webmaster ist
aber nur solange
unproblematisch, als
eine Suchmaschine nicht
als marktbeherrschend
einzustufen ist. Dann
könnte sie aus
kartellrechtlichen
Gesichtspunkten zu einer
Gleichbehandlung
verpflichtet sein.
-
Kritisiert wurde, dass
Suchmaschinen oft nicht
klar genug angeben, was
sie als Spam betrachten
und entsprechend
bestrafen. Durch
schwammige
Formulierungen sollen
hier offensichtlich
Hintertüren für ein
willkürliches Verhalten
offen bleiben.
-
Wer im Zweifel darüber
ist, ob seine
Optimierungstechniken
Spam sind, sollte sich
die Frage stellen, ob er
wichtig genug ist, dass
Google ihn nicht aus dem
Index dauerhaft
ausschließen wird. Ein
Bonus großer Firmen bei
Google lässt sich kaum
leugnen. So war auch der
Ausschluss der
BMW-Webseiten aus dem
Index wegen der
Verwendung von Doorway
Pages nur ein sehr
kurzer und blieben sie
von einem "30-Tage-Ban"
verschont. Hier lässt
sich aber argumentieren,
dass Nutzer erwarten,
dass sie bei Eingabe
einer bekannten Marke zu
deren Website gelangen.
Eine Nichtauffindbarkeit
von BMW bei Eingabe
dieses Begriffs dürften
Nutzer kaum tolerieren.
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