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     Ein kleiner Leitfaden zur Manipulation von Suchergebnissen

10. Florida-Update

Möglichkeiten zur Manipulation von Suchmaschinen gibt es zahlreiche, wie die bisherigen Erörterungen gezeigt haben. Suchmaschinen verbieten zahlreiche von diesen als „Spam“. Sanktioniert werden können diese freilich nur dann, wenn sie auch entdeckt werden. Und hier ist die Technik der Suchdienste noch längst nicht ausgereift. Manipulierte Ergebnisse setzten insbesondere dem Marktführer Google so stark zu, daß Ende 2003 die Suchergebnisse nicht mehr der ehemals von Google gewohnten Qualität entsprachen. Schlagzeilen über verärgerte Benutzer waren allerdings das letzte, was Google angesichts des angeblich avisierten Börsengangs gebrauchen konnte. Am 16.11.2003 hat Google deshalb massiv zurückgeschlagen, um verlorenes Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen und Spam zu eliminieren. An diesem Tag sahen die Suchergebnisse zum Teil gravierend anders aus als noch am Vortag. In einigen Fällen war von Anbietern, die bis zu diesem Zeitpunkt die ersten 100 Ergebnisse stellten, kein einziger mehr unter den Top 100 zu finden. Tausende, wenn nicht Millionen von Webseiten, die bislang bzgl. bestimmter Suchbegriffe unter den Top 10 zu finden waren, wurden weit zurückgesetzt bzw. waren gar nicht mehr auffindbar. Für betroffene Unternehmen ein massiver Eingriff, der mit teils gravierenden Umsatzeinbußen verbunden war. Teils versiegte der Besucherstrom schlagartig. In einschlägigen Diskussionsforen war rasch von einem Blutbad oder Massaker die Rede. Google hatte es wohl insbesondere auf Linkfarmen abgesehen. Seitdem die Linkpopularität großen Einfluss auf das Ranking hat, gewann das Kaufen oder der Handel mit Links zu dem einzigen Zweck, den eigenen PageRank Wert zu erhöhen, an Bedeutung. Der alte Algorithmus berücksichtigte alle Links zu einer Webseite, unabhängig davon, ob sie zu dem Inhalt passen. Die Idee, Links gäben Auskunft über die Qualität einer Website, da sie Ausdruck einer Wertschätzung sind, war angesichts des Handels mit Links zu einer Utopie verkommen. Google arbeitet deshalb nun ergänzend zum PageRank mit dem sog. LocalRank. Zunächst ermittelt Google die Webseiten, die die gewünschten Schlüsselwörter enthalten, und analysiert dann die Links innerhalb dieser Webseiten. Links, z.B. von Linkfarmen, stehen in keinem Zusammenhang mit der Suchanfrage. Diese Links sowie alle anderen sachfremden werden damit bei der Berechnung des LocalRanks nicht mehr berücksichtigt. Spam-Links werden so ihrer Relevanz beraubt. Der LocalRank zusammen mit allen anderen Faktoren (auch dem PageRank) bestimmt dann das endgültige Ranking einer Webseite.

In der Fachwelt wurden die Veränderungen als das „Florida Update“ bekannt. Google selbst hat zu diesen offiziell nicht Stellung bezogen, so dass rasch verschiedenste Gerüchte kursierten. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Google Ende November 2003 Änderungen am Ranking-Algorithmus vorgenommen, denen im Januar 2004 (sog. Austin-Update) weitere Anpassungen folgten, die massiv auch den deutschsprachigen Teil von Google betroffen haben. Änderungen am Algorithmus sind an sich nichts besonderes: Alle Suchdienste nehmen von Zeit zu Zeit Veränderungen vor, um die Qualität der Suchergebnisse weiter zu verbessern. Dies hat automatisch immer zur Folge, daß sich das Ranking einzelner Webseiten verändert. Während kleinere Anpassungen kaum zu einem massiven Aufschrei führen, war das beim Florida-Update anders, da eine Vielzahl von Unternehmen betroffen war. Google hat lange Zeit einmal im Monat – meistens in der Mitte - seinen Index um neue Webseiten ergänzt, nicht mehr existierende Webseiten herausgenommen bzw. kleinere Veränderungen am Algorithmus vorgenommen. Dies hat jeweils Änderungen im Ranking bewirkt und war daher von den Optimierern von Webseiten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt worden. Bekannt geworden ist diese Art des Updates unter dem Begriff „Google Dance“. Zurückzuführen ist dies darauf, dass der Update-Prozeß sich wegen der Menge des Datenmaterials über mehrere Tage hinzieht und nicht auf allen Rechnern zeitgleich erfolgt - Google verfügt über 9 Serverparks mit mehr als 10.000 PC’s. Da Suchanfragen je nach Auslastung von unterschiedlichen Serverparks beantwortet werden, können die Suchergebnisse an den Tagen des Updates leicht voneinander abweichen. Ein spezielles Tool, das sog. Google Dance Tool (z.B. unter http://www.seochat.com/googledance), erlaubt es, gezielt Anfragen an verschiedene Serverparks zu senden. Weichen die Ergebnisse der einzelnen Suchanfragen voneinander ab, findet gerade wieder ein Update statt. Google „tanzt“.

Eines der aufkommenden Gerüchte zum Florida-Update besagte, dass Google kommerzielle Webseiten bewusst von den vorderen Plätzen eliminiere, um diese so zur Schaltung von AdWords Werbeanzeigen zu motivieren. Google streitet dies ab und diese erscheint durchaus glaubhaft, wurde doch im Zuge der Veränderungen auch berichtet, dass Unternehmen, die keine AdWord Anzeigen schalten weiterhin gut platziert sind und einige Unternehmen, die an diesem Werbeprogramm teilnehmen, aus den Top Positionen verdrängt wurden. Zwar lässt sich nicht leugnen, daß in erster Linie E-Commerce Webseiten von den Veränderungen betroffen waren, doch dürfte dies schlicht an dem neuen Algorithmus liegen, der darauf abzielt, Erfolge durch Spam einzudämmen. Solche Maßnahmen dürften in erster Linie von wirtschaftlich orientierten Anbietern eingesetzt worden sein.

Google hat es gegeben, Google kann es auch wieder nehmen! Die Änderungen haben gezeigt, welch großen wirtschaftlichen Einfluss Google hat. Änderungen im Algorithmus gab es schon häufig, doch noch nie eine solch gravierende Änderung bei einer Suchmaschine mit einem solch großen Marktanteil. Früher hat es sich nicht so dramatisch ausgewirkt, wenn die eigene Webseite bei einer von mehreren bedeutenden Suchmaschinen zurückgestuft worden war. Sich auf eine hohe Rankingposition zu verlassen und darauf zu vertrauen, dass Google ohne jegliche Gegenleistung Kunden an prominenter Stelle auf das eigene Unternehmen aufmerksam macht, hat sich als Fehler herausgestellt.

Abschließend noch der Hinweis auf positive Aspekte des Florida-Updates: Zahlreiche Dialer- und Spam-Seiten sollen von den Top-Platzierungen verdrängt worden sein. Ferner scheint der neue Algorithmus hoch optimierte Webseiten, die nur dazu dienen, das Ranking zu verbessern, besser als das entlarven zu können, was sie eigentlich sind: leere Hüllen. Webseiten mit relevanten Inhalten scheinen favorisiert zu werden.


Inhalt:

1. Einführung 

2. Googlebombing 

3. Doorway Pages 

4. Doorway Domains 

5. Cloaking 

6. Pagejacking

7. Link Farms 

8. Meta-Tags 

9. Word Stuffing / Keyword Stuffing 

10. Florida-Update

 

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