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Studie zur Suchmaschinenoptimierung und Einhaltung der Impressumspflicht auf Unternehmer-Websites in der Region Bayreuth

1. Zusammenfassung

Die Studie untersucht Websites auf den Stand ihrer Optimierung für Suchmaschinen und auf die Einhaltung der Impressumspflicht nach § 6 TDG. Insgesamt wurden im November 2005 50 willkürlich ausgewählte Websites aus der Region Bayreuth und Umgebung untersucht, denen ein finanzielles Interesse an ihrem Webauftritt unterstellt werden kann. Die meisten von ihnen sind im Branchenverzeichnis der Stadt Bayreuth unter http://branchenbuch.bayreuth.de/?tpl=60 verzeichnet.

Eine durchweg gelungene Suchmaschinenoptimierung, die anhand dreier ausgewählter Kriterien (Titel, Frames und Linkbuilding/PageRank) untersucht wurde, konnte nur bei 6 % der Webseiten festgestellt werden. Die Notwendigkeit einer kontinuierlichen und professionellen Optimierung der eigenen Webseiten für Suchmaschinen, um bei diesen vordere Plätze zu belegen und damit neue potentielle Kunden auf das eigene Angebot aufmerksam zu machen, wird bislang kaum erkannt. Selbst die Auftritte von Firmen, die eine Erstellung von Webseiten anbieten, lassen teilweise eine eigene Suchmaschinenoptimierung vermissen.

40 % der untersuchten Websites weisen gar kein oder nur ein fehlerhaftes Impressum auf. Deren Betreiber sind damit der Gefahr wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen ausgesetzt und handeln überdies ordnungswidrig!

Es wird deutlich, dass es den meisten Unternehmern genügt, überhaupt mit einer Website im Internet präsent zu sein. Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden mit der Folge eines Haftungsrisikos nicht abgeklärt, eine gute Auffindbarkeit des eigenen Angebots mangels genügender Suchmaschinenoptimierung selbst vereitelt.

 

2. Suchmaschinenoptimierung 

Verschiedene Studien haben belegt, dass rund 85 % aller Internetnutzer Suchmaschinen verwenden, um Webseiten zu finden und rund 90 % von ihnen sich maximal die ersten 30 Suchergebnisse anschauen. Es genügt für ein Unternehmen daher nicht, überhaupt mit einer Webseite im Internet vertreten zu sein. Wer es bei den Suchmaschinen nicht auf die vorderen Plätze schafft, ist für Nutzer praktisch nicht existent.

Suchmaschinen bestimmen das sog. Ranking einer Webseite, also den Platz, auf dem sie in der Suchergebnisliste erscheint, mit Hilfe einer komplizierten Berechnungsformel, in die vielfältige Bewertungsfaktoren einfließen. Deren Gewichtung variiert zudem von Suchmaschine zu Suchmaschine.

Wer die grundlegende Arbeitsweise von Suchmaschinen kennt, kann seine Webseiten so optimieren, dass sich das Ranking verbessert und deutlich mehr Besucher zum eigenen Angebot finden.

Insgesamt soll es mehr als 90 Faktoren geben, die das Ranking beeinflussen. Diese Studie hat die 50 ausgewählten Websites unter drei zentralen Aspekten näher beleuchtet:

  • Webseiten müssen überhaupt erst von Suchmaschinen erfasst sein, um später von Nutzern aufgefunden werden zu können. Achten Webmaster aber bei der Verwendung von Frames darauf, dass alle Unterseiten für die Roboter von Suchmaschinen zugänglich sind?

  • Um unter einem bestimmten Begriff gefunden zu werden, muss dieser auch auf der jeweiligen Webseite vorkommen, wobei es äußerst wichtig ist, diesen zusätzlich im Titel der Webseite unterzubringen. Legen Unternehmer aber überhaupt Gewicht auf die Optimierung des Titels?

  • Suchmaschinen bewerten – sehr stark vereinfacht dargestellt - Webseiten höher, je mehr Links zu diesen weisen. Kümmern sich Websitebetreiber aber auch um das sog. Linkbuilding?

 

2.1 Titel

Der Titel ist das Aushängeschild einer Webseite. Die im Titel verwendeten Begriffe sind von herausragender Bedeutung für das Ranking. Suchmaschinen gehen davon aus, dass er in kurzer, aber prägnanter Weise den Inhalt der Webseite widerspiegelt. Starten Sie eine beliebige Suchanfrage bei Google und Sie werden feststellen, dass die allermeisten gefundenen Webseiten auf den vorderen Positionen den von Ihnen eingegebenen Suchbegriff im Titel enthalten!

Bei der Wahl eines Titels müssen folgende Aspekte unbedingt bedacht werden:

  •  Jede einzelne Webseite muss einen individuellen Titel bekommen. Damit wird erreicht, dass die eigene Website unter möglichst vielen unterschiedlichen Begriffen / Begriffskombinationen gefunden wird.

  • Bei der Wahl der Begriffe muss versucht werden, zu antizipieren, mit welchen Wörtern Nutzer nach einem Angebot suchen könnten.

Von den untersuchten Websites erfüllten nur 4 (= 8 %) alle an eine durchweg gelungene Suchmaschinenoptimierung des Titels zu stellenden Voraussetzungen. Bei 28 Websites (=56 %) wurde augenscheinlich gar keine Optimierung vorgenommen:

  • Oft fand sich lediglich der Firmenname als Titel auf jeder Webseite. Damit wird Potential verschenkt! Angenommen, Sie betreiben ein Fitness-Studio. Dann wollen Sie nicht unter dem fiktiven Firmennamen „Fitties“ gefunden werden, nach dem kaum jemand suchen wird, sondern z.B. auch unter „Fitnessstudio Bayreuth“ oder „Krafttraining Bayreuth“. Dies wird nur durch eine Optimierung der Seitentitel auf diese Begriffe hin zu erreichen sein!

  • Einigen Webmastern ist anscheinend nicht einmal bekannt, dass ein Titel eingegeben werden kann bzw. muss. So fanden sich auch Titel wie „index 2“ „Willkommen bei Adobe GoLive 5“, „URL der Webseite“ oder „Neue Seite 1“.

  • Oft werden nur völlig unspezifische Titel wie „Shop“, „Kontakt“, „Unser Leistungsprofil“ verwendet.

Bei den restlichen 18 Websites (= 36 %) waren zumindest Ansätze einer Optimierung zu erkennen, wobei allerdings auch hier noch teils schwerwiegende Fehler entdeckt wurden. Wer eine Leistung räumlich beschränkt anbietet, sollte z.B. den räumlichen Bezug im Titel zum Ausdruck bringen. Wer nach einem Reisebüro sucht, wird häufig als einschränkendes Merkmal den Namen der Stadt mit eingeben, in der er dieses sucht!

 

2.2. Frames

 Damit eine Webseite von Suchmaschinen überhaupt gefunden wird, muss sie erst einmal in den Index der Suchmaschine gelangt sein. Bis hierher eine Selbstverständlichkeit, alle untersuchten Websites ließen sich bei den Suchmaschinen finden. Doch ganz anders sieht es aus, wenn man sich einmal die Zahl der erfassten Unterseiten betrachtet. Hier sind oft nicht alle Webseiten erfasst, was an der Verwendung der Framing-Technologie (Aufteilung einer Webseite in mehrere Bereiche, sog. Frames) liegt. Diese bereitet Suchmaschinen teilweise noch immer Probleme und ein Webmaster muss darauf achten, dass er Suchmaschinen nicht (versehentlich) aussperrt.

Von den untersuchten 50 Websites verwenden immerhin 25 (= 50%) Frames. 9 von diesen sind in die Frames-Falle getappt: Ihre Unterseiten werden von Google nicht oder nur teilweise erfasst.

Suchmaschinen werden Besucher oft auf einzelne Frameseiten führen. Alle Frames und insbesondere der Frame mit der Navigation sind für Besucher dann nicht immer automatisch zugänglich. Um Nutzer hier nicht in eine Sackgasse zu führen, ist es notwendig, z.B. mit Hilfe eines Java Scripts, dafür zu sorgen, dass das Frameset automatisch nachgeladen wird. Auch dies ist zahlreichen Betreibern nicht bekannt!

Fazit: 18 % der untersuchten Websites schaffen es nicht, dass alle ihre Unterseiten von Suchmaschinen erfasst werden. Damit berauben sie sich der Möglichkeit, durch die Verwendung individueller Titel auf diesen Unterseiten unter mehreren Begriffen gefunden zu werden.

 

2.3. Page Rank

Suchmaschinen und insbesondere Google messen der Linkpopularität einer Webseite große Bedeutung zu, wenn es darum geht, an welcher Position sie gelistet wird. Dies beruht auf der grundsätzlich richtigen Überlegung, dass Links als eine Art Stimme oder Empfehlung für eine Webseite zu betrachten sind. Dem von Google benutzten Bewertungssystem liegt der sog. PageRank zugrunde. Das Grundprinzip lautet: Je mehr Links auf eine Website verweisen, um so wichtiger ist sie. Je wichtiger wiederum die verweisenden Webseiten sind, um so größer der Effekt. Der von Google einer Webseite zugemessene PageRank, der z.B. in der von Google zum kostenlosen Download angebotenen Toolbar sichtbar ist, liegt zwischen 0 und 10.

Der PageRank kann damit als ein grober Anhaltspunkt dafür dienen, ob und inwieweit Websitebetreiber sich um Links bemühen. Mit relativ geringem Aufwand lässt sich ein PageRank von 3 erreichen, alles höhere erfordert in der Regel schon eine kontinuierliche Arbeit.

Die untersuchten Websites wiesen bei diesem für Suchmaschinen sehr wichtigen Rankingfaktor im Durchschnitt einen PageRank von lediglich 2,26 auf (0: 5mal, 1: 3mal, 2: 22mal, 3: 16mal, 4: 2mal und 5 ebenfalls 2mal). Damit kann nur bei 4 Websites (= 8 %) davon gesprochen werden, dass sie sich wirklich intensiv mit Linkbuilding beschäftigen, bei 16 weiteren wird zumindest ein akzeptabler Wert erreicht. Dies legt wiederum den Schluss nahe, dass sich die meisten Unternehmen mit ihrer Internetpräsenz zufrieden geben, aber sich nicht mit den Möglichkeiten beschäftigen, ihre Position bei Suchmaschinen zu verbessern. Dabei könnte ein Suchmaschinenoptimierer bereits mittels einfachster Ratschläge (u.a. Anmeldung in Katalogen, Nutzung von Artikelseiten usw.) eine deutliche Verbesserung bewirken.

 

3. Impressumspflicht

 Nach der Regelung des § 6 TDG, die seit dem 21.12.2001 in Kraft ist, müssen Diensteanbieter für geschäftsmäßige Teledienste dort näher aufgeführte Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar halten. Dazu gehören u.a. Name und Anschrift, die E-Mail-Adresse, ggf. berufsrechtliche Regelungen und die Umsatzsteuernummer.

 Ende 2002 hat eine Untersuchung von rund 500 Webshops durch den Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen (VZBV) gravierende Mängel offenbart: Vier von fünf Anbieter verstießen aufgrund unzureichender Information von Verbrauchern gegen Bestimmungen des TDG und des BGB. Auch vier Jahre nach dem Inkrafttreten der Regelung sind die genauen Anforderungen vielen geschäftlichen Anbietern unbekannt, wenn sich auch die grundsätzliche Verpflichtung zur Führung eines Impressums mittlerweile herumgesprochen hat (nur bei 6 % der Websites fehlte ein Impressum völlig).

 Von den untersuchten 50 Websites wiesen  

  • 30 (60 %) ein ordnungsgemäßes,

  • 15 (30 %) ein unvollständiges,

  • 3  (6 %) gar kein und

  • 2 (4 %)  ein Impressum auf, dessen Rechtmäßigkeit Zweifel unterliegt (z.B. fehlende Angabe einer Telefonnummer; ob eine entsprechende Pflicht besteht, ist gerichtlich noch nicht abschließend geklärt, dürfte aber zu bejahen sein).

40 % der Websites setzen sich damit dem Risiko einer wettbewerbsrechtlichen Abmahnung aus. Zudem stellt ein vorsätzlicher oder fahrlässiger Verstoß gegen § 6 TDG eine Ordnungswidrigkeit dar. Diese kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden (§ 12 TDG).

Fehlerhaft

  • wurden berufsrechtliche Regelungen nicht erwähnt bzw. der Link zu diesen funktionierte nicht mehr,

  • war keine E-Mail-Adresse oder Anschrift angegeben,

  • wurde das Impressum nur als Graphikdatei zugänglich gemacht,

  • wurde das Impressum unter Menüpunkten geführt, bei denen zumindest Zweifel an der leichten Erkennbarkeit bestehen (Bezeichnung des Links als „Profil“ bzw. schlicht „I“),

  • wurde lediglich die Möglichkeit eingeräumt, mittels eines Formulars in Kontakt zum Websitebetreiber zu treten.

Kritisch angemerkt sei ferner, dass  

  • von vier untersuchten Kanzleiwebsites nur eine ein vorbildliches Impressum aufwies, zwei die berufsrechtlichen Regelungen nicht erwähnt bzw. nicht verlinkt hatten, eine zusätzlich das Impressum nur in Form einer Grafik zugänglich machte, und sich bei einer weiteren zwar die E-Mail-Adresse wieder fand, allerdings oberhalb der Bezeichnung „Impressum“,

  • ein Unternehmen, das eine Websiteerstellung anbietet, über ein unvollständiges und schwer auffindbares Impressum verfügte.

Gerade die Professionen, die Vorbildfunktion haben sollten bzw. in ihrem Beruf mit rechtlichen oder technischen Fragen der Websiteerstellung konfrontiert werden, sind anscheinend teilweise bei der Impressumsproblematik nicht immer firm.

Ausführliche Informationen zur Erstellung eines Impressums finden Sie auf einer speziellen Links & Law Website zur Impressumspflicht.

 

4. Auswertung

Die Möglichkeit, neue Kunden über das Internet zu akquirieren, haben lediglich 6 % der untersuchten Websites mit einer effektiven Suchmaschinenoptimierung optimal ausgeschöpft. Nicht einmal jede zehnte Website ist damit gut für Nutzer auffindbar!

Eine gelungene Suchmaschinenoptimierung erfordert ein umfangreiches Know-How, über das viele Web-Designer nicht oder zumindest noch nicht verfügen. Mangels Beratung ihrer Kunden werden diese sich nicht der Notwendigkeit bewusst, in eine gelungene Suchmaschinenoptimierung zu investieren.

 

5. Über Links & Law

Links & Law informiert seit mehr als drei Jahren über rechtliche Aspekte der Websitegestaltung und über technische Grundlagen einer effektiven Suchmaschinenoptimierung (http://www.linksandlaw.de) sowie über die Anforderungen an ein Impressum (http://www.linksandlaw.info). Unternehmer können sich einen Bericht über den Stand der Optimierung ihrer eigenen Website erstellen lassen, der Ihnen zugleich die wichtigsten Grundlagen vermittelt, um ihren Internetauftritt bei Suchmaschinen prominenter zu platzieren (http://www.linksandlaw.de/suchmaschinenoptimierung.htm).

 

Wollen Sie die Grundlagen einer gelungenen Suchmaschinenoptimierung erlernen?

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihre Website bei Suchmaschinen voran bringen, können Sie entweder den unter 5. erwähnten Analysebericht für Ihre Website bestellen oder nehmen Sie doch an einem Online-Seminar teil! Auf der Webseite der Workshopwelt finden Sie zahlreiche Online-Workshops, darunter auch einige, die sich mit der Vermarktung von Webseiten beschäftigen. Besonders interessieren könnten Sie die Workshops von Herrn Raschke "Website Promotion für Freiberufler und kleine Firmen - Wie Sie kostenlos und mit wenig Aufwand Ihre Homepage bekannt machen" oder "Crash-Kurs: Werben mit Google Adwords™ - Wie Sie qualifizierte Website-Besucher zu kalkulierbaren Kosten bekommen." Auch ich werde Anfang März 2006 einen Workshop unter dem Titel "Suchmaschinenoptimierung: Besser gefunden werden im Netz! - Wie Sie als Freiberufler oder kleine Firma mit wenig Aufwand die Position Ihrer Website bei Suchmaschinen verbessern können" anbieten. Anmelden können Sie sich für diesen bereits jetzt.

 

 

 

 

Eine Pressemitteilung zur Studie finden Sie hier!

 

                                                       

 

 

 

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Ferner können Sie von mir Ihre Website auf den Stand ihrer bisherigen Suchmaschinenoptimierung überprüfen lassen: Links & Law - Suchmaschinenoptimierung / Bayreuth & München.