23.11.2007
Äußerungen des Bundeswirtschaftsministerium zu Forderungen der
Wirtschaft zum TMG
In den letzten beiden Tagen habe ich die Stellungnahmen der
Telekom und
der BITKOM zu den
derzeitigen Haftungsregelungen dargestellt. Und was sagt das
Bundeswirtschaftsministerium nun dazu? Laut
Heise soll Rolf Bender, Referent für Medienrecht im
Bundeswirtschaftsministerium, sich dahingehend geäußert
haben, dass "konkrete Angaben" fehlen würden, dass
Online-Geschäftsmodelle aufgrund der Gesetzeslage und der
darauf basierenden Rechtsprechung "nicht laufen". Die
Stellungnahmen der Unternehmen seien auch zurückhaltend, was
die Forderungen an den Gesetzgeber anginge. Nun, davon habe
ich beim Lesen von den Stellungnahmen nichts bemerkt. Der
grobe rechtliche Rahmen ist europarechtlich vorgegeben, aber
der deutsche Gesetzgeber könnte durchaus eine Feinsteuerung
vornehmen und von der Rechtsprechung entwickelte
umfangreiche Prüfpflichten mit klarstellenden Worten im
Gesetz ausschließen. Warum die Haftung für Suchmaschinen und
Linksetzer beharrlich nicht angegangen wird, bleibt ohnehin
unverständlich. Und warum sollte der deutsche Gesetzgeber
mit einem Notice and Take Down Verfahren nicht mal wieder
eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen? Vermutlich alles
Wunschgedanken. Der Gesetzgeber wartet auf neue
europarechtliche Vorgaben und das dauert... Konkret geht es
um einen Anwendungsbericht zur E-Commerce-Richtlinie, der
eigentlich schon Mitte 2005 fällig war, dann in der zweiten
Jahreshälfte 2007 kommen sollte und nun für Juni 2008
angekündigt ist ... Bis dahin wird sich wohl nicht viel tun.