Theseus - innovative Entwicklung oder doch nur eine Verschwendung von Steuergeldern? Ich habe hier schon des öfteren Entwicklungen im Bereich öffentlich rechtlicher Suchtechnologien eher kritisch kommentiert. Von der ursprünglich geplanten deutsch-französischen Suchmaschine Quaero ist Ende 2006 auf deutscher Seite das Projekt Theseus übrig geblieben. Die Bundesregierung sieht dieses aber nicht als Konkurrenz zu den gewöhnlichen Suchmaschinen. Entwickelt werden sollten neue Basistechnologien für eine semantische Web-Suche. Details waren zunächst Mangelware. Am 17.8.2007 wurde das Projekt nun auf einer Veranstaltung des eco-Verbandes in Köln erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Na ja, zumindest als Produktpräsentation... Anlass genug, sich einmal mit der Website des Projekts zu beschäftigen:
Mit einer neuen semantischen Infrastruktur sollen Unternehmen künftig effizienter mit anderen Unternehmen bzw. zielgenauer mit ihren Kunden sowie Konsumenten kommunizieren können. Hört sich gut an, so wie die ganze Selbstdarstellung. Die Ziele scheinen hoch gegriffen zu sein. Basistechnologien wie Indexierungs- und Annotationsverfahren, automatische Metadatengenerierung und kontextbasierende Videoerkennung klingen schon gut nach "Web 3.0", doch bleibt die Frage, ob sich Innovation wirklich staatlicherseits verordnen lässt. Quantensprünge in der Suchtechnologie erwartet man nun einmal eher von einem Unternehmen wie Google mit seinem gewaltigen Finanzpotential und nicht von einem staatlichen Projekt. Die eigene Skepsis bleibt daher und wird wohl nicht verschwinden, solange nicht konkrete Anwendungen von Theseus für die Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden. Beschreibungen einiger Anwendungsszenarien auf der Website müssen erst einmal in der Praxis funktionieren...
