Der bei Microsoft für Urheberrecht zuständige Rechtsexperte Thomas C. Rubin hat in einer Rede für den Verlegerverband Association of American Publishers (AAP) Google vehement angegriffen und systematische Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen. Während Urheber an der Schaffung neuer Werke kaum mehr verdienen, würden andere unter Nutzung von fremden Content durch Werbeverdienste in Geld schwimmen. Kritisch ging Rubin auf das Google Buchsucheprojekt ein, bei dem Google auch urheberrechtlich noch geschützte Bücher in Universitätsbibliotheken scannt und zum Bestandteil seiner Buchsuche macht, wenn auch in den Ergebnissen nur Snippets dargestellt werden. Rechteinhaber werden von Google auf die Möglichkeit verwiesen, der Erfassung ihrer Bücher zu widersprechen. Rubin sieht hierin eine eindeutige Rechtsverletzung von Google. Grundsätze des Urheberrechts würden auf den Kopf gestellt. Es sei am Verwender eines Werkes, um Erlaubnis zu fragen, nicht am Urheber einer Verwendung (von der er nicht einmal etwas mitbekommen muss) zu untersagen.
Die Rechtmäßigkeit der Buchsuche von Google ist den USA bereits Gegenstand mehrerer Klagen, über die vermutlich aber nicht vor 2008 entschieden wird. Derzeitig schreibe ich auch an einem Aufsatz, der die Zulässigkeit des Projekts näher untersucht. Über die Ergebnisse werde ich hier wieder berichten.
Siehe auch die Übersicht zu dem Projekt auf der englischsprachigen Links & Law Webseite!
