Quaero (lateinisch ich suche) ist ein deutsch-französisches Projekt zur Schaffung einer europäischen Suchmaschine mit einem fünfjährigen Entwicklungsbudget von 250 Millionen Euro seitens der Agence de l'innovation industrielle. Das geplante Vorhaben Quaero wurde im April 2005 von Jacques Chirac bekannt gegeben, und nach jetzigen Planungen sollen Anfang 2007 erste Versionen im Internet zugänglich gemacht werden.
Das Projekt versteht sich als Gegenpol zu Google und insbesondere zu dem Google Book Projekt, in dessen Rahmen einige Millionen Bücher vor allem amerikanischer Bibliotheken digitalisiert und im World Wide Web zur Verfügung gestellt werden sollen. Da dieses Angebot eine Volltextsuche mit einschließen soll, befürchten einige Vertreter französischer Büchereien und einige französische Politiker, dass diese Aktion zu einer nicht wieder aufzuholenden Vormachtstellung der englischen Sprache im Web führen könnte. Um dies zu verhindern, soll das vom französischen Präsidenten Jacques Chirac initiierte Projekt Quaero eine Suchmaschinentechnologie schaffen, die ihre Wurzeln in Europa statt in den USA hat und die sich insbesondere auf zu digitalisierende Bestände europäischer Bibliotheken stützen soll. Die ehrgeizigen Pläne sehen auch eine automatische Übersetzung von Texten in die Sprache des Abfragenden, sowie Bild-, Audio- und Videosuchen vor. Zudem soll Quaero am PC, auf dem Handy oder am TV genutzt werden können.
Quareo würde damit in direkte Konkurrenz zu Google, Yahoo und MSN treten. Wie es aber gelingen soll, eine für Nutzer so überzeugende Technologie auf dem Markt anzubieten, um die bisherige Google-Dominanz zu brechen, bleibt vorerst unklar. Nutzer werden nur wechseln, wenn sie eine Technologie vorfinden, die bessere Ergebnisse liefert. Der Schlüssel dazu steckt in der Innovation, und es ist zu bezweifeln, dass man innovative Technologien auf Kommando produzieren und staatlich verordnen kann, und Quareo allein mit ein paar Ex-Monopolisten und großen Konzernen in den Markt drücken kann. Selbst Microsoft hat es mit seiner geballten Marktmacht in dem Computersegment nicht geschafft, Google Paroli zu bieten.
In einschlägigen Internetforen und Blogs wird das Projekt deshalb sehr skeptisch beäugt. Immerhin arbeiten bei Google oder Yahoo mehrere tausend Softwareentwickler an der stetigen Verbesserung der Suchmaschinen. Die für das Projekt veranschlagten 250 Millionen Euro wirken gegenüber den von Google allein 2005 rund 600 Millionen Dollar (rund 477 Millionen Euro) in Forschung und Entwicklung investierten Mittel eher bescheiden. Angesichts der dem Projekt eingeräumten eher geringen Erfolgschancen (siehe auch die 10 Gründe, warum Quaero scheitern wird) macht vielerorts schon das Wort von massiver Steuerverschwendung die Runde. Oder wie es unter http://my.opera.com/MaximB/blog/show.dml/181453 formuliert wird: "Haben wir nicht schon genug Suchmaschinen? Muss so ein Projekt vom Steuerzahler finanziert werden? Können Firmen wie Siemens ein solches Projekt nicht selber finanzieren? Wäre die Steuergelder nicht für Sinnvollere Aufgaben verwendbar?"
Entwickelt wird Quaero derzeit insbesondere von Thomson (Projektleiter Jean-Luc Moullet), der France Telecom, dem Suchmaschinenbetreiber Exalead und der Siemens AG. Siemens beteiligte sich erst seit dem Ausstieg der Deutschen Telekom im Januar 2006 an dem Projekt. Auch der Medienkonzern Bertelsmann will sich über seine Tochter Empolis an dem Projekt beteiligen.
Derzeit gibt es noch keinen allgemein zugänglichen Link zu Quareo (nur am Rande sei bemerkt, dass sich die entsprechende .com-Adresse schon lange in der Hand eines Unternehmens befindet). Evtl. erfolgt der Start der Suchmaschine unter Quaero.org.
