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14.9.2010
Notice and Take Down Verfahren in Chile |
Die meisten Leser werden wissen,
dass der US-amerikanische DMCA ein detailliertes Notice and
Take Down Verfahren enthält. Anbieter können einer Haftung
entgehen, indem sie auf einen hinreichenden Hinweis auf
urheberrechtswidrige Inhalte, diese entfernen. Aber wie
sieht es in anderen Ländern aus? Gibt es in anderen Staaten
ähnliche Regelungen? Ja, und das vielleicht an Orten, wo man
sie nicht unbedingt erwartet. Chile als erstes
südamerikanisches Land wartet mit einem Notice And Take Down
Verfahren auf, das allerdings etwas anders gestrickt ist und
das seine Schwächen haben dürfte:
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Anbieter müssen Inhalte
erst dann entfernen, wenn sie „effective knowledge“
von einem Rechtsverstoß haben. Und dieses Wissen
liegt erst dann vor, wenn ein Gericht die
Rechtverletzung festgestellt hat. Positiv daran ist
sicher, dass die Gefahr, vorschnell Inhalte auf eine
Nachricht des Rechteinhabers hin zu entfernen, nicht
besteht. Andererseits kann so keine wirkliche
Zusammenarbeit zwischen Providern und Rechteinhabern
entstehen.
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Provider müssen in ihren
Verträgen mit Kunden die Regelung vorsehen, dass sie
die Accounts ihrer Nutzer nach einer zweimaligen
Verurteilung wegen Urheberrechtsverstößen kündigen
können. Angesichts der anscheinend sehr niedrigen
Zahl von Gerichtsverfahren gegen
Urheberrechtsverletzer in Chile, wird kritisiert,
dass es Jahre dauern kann, bis der Account eines
Nutzers von einem Provider gesperrt werden muss.
-
Erhält ein Provider
einen Hinweis auf rechtsverletzendes Material, muss
er den jeweiligen, für den Inhalt verantwortlichen
Nutzer innerhalb von fünf Tagen darüber informieren.
Dieser kann dann auf drei Arten reagieren: „guilty“,
dann entfernt der Provider den Inhalt, „remain
silent“, dann kann der Provider den Inhalt nach zehn
Tagen entfernen oder „insisting“, dann bleibt der
Inhalt online, ohne dass sich zwingende weitere
Verfahrensschritte anschließen.
Zur Vertiefung:
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