Das
Government Request Tool
von Google versucht, etwas mehr Transparenz in die
staatliche Einflussnahme auf Google zu bieten. Es zeigt,
weltweit aufgeschlüsselt nach Ländern, die Anzahl der
Anfragen staatlicher Stellen zur Löschung von Inhalten aus
Google-Diensten und zur Herausgabe von Nutzerinformationen
an - jeweils für den Zeitraum vom 1.7 bis 31.12.2009. Danach
liegt Deutschland bei der Nachfrage nach Sperrungen hinter
Brasilien auf Platz zwei. Vor allem gegen die Google Suche
wurden in Deutschland Löschanträge gestellt, 94 auf Basis
einer gerichtlichen Verfügung, vier ohne diese. Bei
Forderungen nach Herausgabe von Nutzerdaten liegt
Deutschland mit 458 Anträgen weltweit auf dem sechsten Rang.
Brasilien ist mit 3.663 Fällen Spitzenreiter vor den USA
(3.580) und Großbritannien (1.166).
Die Aussagen beziehen sich auf alle
Produkte von Google, also nicht nur auf die Websuche,
sondern auch auf andere Dienste wie Youtube, Picasa und
Google Mail. Brasilien dürfte sich aufgrund des dort sehr
erfolgreichen sozialen Netzwerk Orkut die Spitzenstellung
"verdient" haben. Die Ermittlungsanfragen drehten sich dort
vor allem um Beleidigungen und Verletzungen des
Persönlichkeitsrechts.
Das
Government Request Tool spiegelt
nur die Anzahl der Anfrage wieder, nicht der Umfang der
Inhalte. Eine Anfrage kann sich auf mehrere Inhalte oder
Nutzer beziehen, bzw. können mehrere Anfrage zum selben
Inhalt kommen.
Aus dem Suchindex entfernt wurden z.B.
rechtsradikale Seiten oder solche, die von der
Bundesprüfstelle als jugendgefährdend eingeordnet wurden. Zu
den abgefragten Nutzerdaten gehören u.a. IP-Adressen und
wann welche Google-Konten angelegt wurden.
Die Zahl der Löschanträge aus China
steht nicht in der Liste. Google könne die entsprechenden
Zahlen nicht veröffentlichen, da sie von Peking als
Staatsgeheimnis eingestuft würden.
Google plant, die Statistik weiter zu
verfeinern und alle sechs Monate zu aktualisieren.
Mehr dazu auch vom Google-Justitiar
David Drummond in einem
Blog-Posting.