27.4.2010
Street View: WLAN-Erfassung & Mitschuld bei Einbruch?
Mal wieder Zeit, über die neuesten Aufreger rund um Google Street View
zu berichten:
Nach Aussage des
Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar können die Fahrzeuge von
Google auch WLAN-Netze in Deutschland erfassen und tun dies auch. Der
Hamburger Datenschutzbeauftragte, Johannes Caspar, bezeichnete dies als
"rechtswidrig" und auch ein Sprecher des
Bundesverbraucherschutzministeriums äußerte sich bereits kritisch. Offen
bleibt aber, wo der Personenbezug der nunmehr erhobenen
Daten sein soll. Außerdem drängt sich die Frage auf,
warum gerade wieder Google beschuldigt wird, denn
nicht nur Google speichert und kartografiert WLAN-Daten.
US-Unternehmen wie Skyhook Wireless tun dies ebenso zur
GPS-Positionsbestimmung weltweit. Damit werden dann etwa
Entwickler unterstützt, die entsprechende GPS-Software
entwickeln. Viele
Online-Dienste für Mobiltelefone arbeiten mittlerweile
mit Geo-Location-Daten (z.B. Geschäfte in meiner Nähe).
Dabei werden Nutzer solcher Handys durch die Ermittlung
der Funktürme des Mobilfunknetzes und der umliegenden
WLAN-Netze mittels Triangulation geortet. Trotzdem soll
sich auf Antrag der SPD-Fraktion auch der
rheinland-pfälzischen Landtag mit dem Thema befassen.
Google-Sprecherin Lena Wagner sagte dem Blog "Carta",
dass Google bislang nur weniger als 10 000 Widersprüche
gegen Street View Aufnahmen erhalten hat. Trotzdem
durchaus eine hohe Zahl, bedenkt man, dass der Dienst
noch nicht einmal online ist.
In Großbritannien siehtGordon Rayner eine Mitschuld von Google bei einem Einbruch in
seine Garage. Ob die Täter aber wirklich
Erkundungen per Street View angestellt haben, ist ebenso offen, wie
seine Entscheidung, gerichtlich gegen Google vorzugehen (The
Register).