16.4.2010
Sachlicher Markt für Werbung, für Online-Werbung oder nur für
Suchmaschinenwerbung
Der Aufsatz "Google
and the limits of antitrust: The Case against the case
against Google" von Manne und Wright befasst sich mit
der Marktmacht von Google aus US-amerikanischer Sicht. Eine
ihrer Überlegungen möchte ich kurz
herausgreifen.
Die Autoren stehen kritisch zu der Annahme, dass es einen
eigenständigen Markt für Werbung bei Suchmaschinen gibt (auf
dem Google marktbeherrschend sein könnte), S. 24 ff. Studien
hätten gezeigt, dass Unternehmen die verschiedenen
Werbekanäle im Internet und damit z.B. kontextbezogene
Werbung bei Suchmaschinen und Bannerwerbung für austauschbar
halten (allerdings wurden für eine Untersuchung lediglich
200 Händler befragt). Diese Substituierbarkeit spreche für
einen größeren Markt der Online-Werbung. Zudem sei zu
beobachten, dass es Anzeichen für eine größere
Austauschbarkeit von Online und Offline-Werbung gibt. Bei
einem hohen Preis des einen könnten Unternehmen auf das
andere ausweichen. Ein Beispiel hierfür sei, dass Pepsi zum
ersten Mal seit 23 Jahren keine TV-Werbung beim Superbowl
geschaltet und die eingesparten Millionenbeträge in Werbung
im Internet investiert habe.
Interessant der Gedanke, dass sich Google auch selbst
Konkurrenz macht, nämlich durch das Nebeneinander von
normalen Suchtreffern und Werbeanzeigen. Würden die
Preise im Werbeprogramm zu stark ansteigen, könnten
Unternehmen vermehrt in Ausgaben für
Suchmaschinenoptimierung ausweichen, um ihre
Sichtbarkeit über ein hohes Ranking zu gewährleisten (S.
27 ff.)
Schließlich weisen die Autoren auf die Konkurrenz mit
vertikalen Suchmaschinen hin. Darunter fallen z.B. für
sie auch Amazon oder eBay.