Nachdem Rescuecom seine
Klage gegen Google zurückgezogen hat,
kann Google noch einen weiteren Erfolg in einem anderen
Keyword-Gerichtsverfahren feiern. In der von Jurin
angestrengten Klage wegen der Verwendung seiner Marke „Styrotrim“
hat der Richter einige Anspruchsgrundlagen sehr rasch
verworfen,
Jurin v. Google, Inc.,
2010 U.S. Dist. LEXIS 18208 (E.D. Cal. March 1, 2010).
Zum
einen lehnte er einen Anspruch gegen Google aus 15 U.S.C. §
1125 (a) wegen „False
Designation of Origin“ ab. Diese Vorschrift soll vor
einer Verwirrung über den Hersteller eines Gutes schützen.
Google selbst aber tritt nirgends als Hersteller von
Sytrotrim-Produkten auf. Dies könnte man lediglich ggf. den
einzelnen Werbetreibenden vorwerfen, die Styrotrim als
Keyword buchen. Diese Rechtsverletzung könnte Google
wiederum erst ermöglichen. Das Gericht wollte seine
Betrachtung aber nicht auf eine einzelne Werbeanzeige
beschränken. Angesichts der Vielzahl bei dem Keyword
Styrotrim angezeigten Werbeanzeigen, sei es sehr
unwahrscheinlich, dass ein Nutzer jeden werbenden
Unternehmer als den echten Produzenten von Styrotrim ansehe:
„Here,
Defendant has in no way directly represented that it is the
producer of the Styrotrim product. To the extent Plaintiff
may contend that Defendant has helped “facilitate” confusion
of the product with others, such is a highly attenuated
argument. Even if one accept as true the allegation that a
“Sponsored link” might confuse a consumer, it is hardly
likely that with several different sponsored links appearing
on a page that a consumer might believe each one is the true
“producer” or “origin” of the Styrotrim product. As such,
Plaintiff fails to properly plead a false designation of
origin claim."
Zum
anderen überraschte der Richter mit einer Aussage zum
Keyword Suggestion Tool. Google zeichne für den Inhalt der
Werbeanzeige nicht verantwortlich, sondern stelle lediglich
Raum für die Werbung zur Verfügung. Mit dem Vorschlag von
Keywords unterstütze Google die Werbetreibenden ähnlich wie
bei einem redaktionellen Prozess. Google könne daher bzgl.
einiger Vorwürfe (Negligent Interference with Contractual
Relations and Prospective Economic Advantage, Intentional
Interference with Contractual Relations and Prospective
Economic Advantage, Fraud, Unjust Enrichment) die
Haftungsprivilegierung nach 47 U.S.C. § 230 in Anspruch
nehmen:
„Rather
it is a “neutral tool,” that does nothing more than provide
options that advertisers could adopt or reject at their
discretion, thus entitling the operator to immunity."