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8.2.2010 Urteil gegen die Google Buchsuche in Frankreich

Am 18.12.2009 hat der „District Court of Paris“ ein Urteil gegen die Google Buchsuche in Frankreich gefällt. Mittlerweile gibt es dazu auch eine englische Übersetzung, aus der ich aber teilweise leider auch nicht besonders schlau werde.

Google scannt urheberrechtlich geschützte Bücher in US-Bibliotheken, auch von französischen Autoren und macht über die Buchsuche Snippets zugänglich. Rechtlich müsste dies an sich bedeuten:

Scannen = Vervielfältigung; diese erfolgt in den USA und die Rechtmäßigkeit richtet sich nach US-Recht

Snippets = Öffentliche Zugänglichmachung, jedoch wird den Snippets i.d.R. kein Urheberrechtsschutz zukommen; da die Snippets auch in Frankreich gesehen werden können, findet auch französisches Recht Anwendung.

 

Das Pariser Gericht gelangt nun aber insgesamt zur Anwendung französischen Rechts, weil zu Frankreich die engste Verbindung bestehe "some works by French authors that were digitized to be accessible as excerpts to the French surfers in national territory; that otherwise it agrees to point out that, besides the fact that the court so charged is the French court, the claimant companies are established in France for the firm of EDITIONS DU SEUIL or a branch of a French company for the other two, that in the same way the voluntarily intervening parties authorized to defend the interests of the authors and the French publishers are of French nationality, that the firm of GOOGLE France has its headquarters in France as the name of the domain allowing access to the www.books.google.fr site has an "fr" extension and that this site is written up in the French language; such that it results from the set of these facts that France is the country that maintains the closest ties to the litigation, which justifies the application of French law contrary to what the defendants sustain."

Mir erscheint diese Konstruktion sehr gewagt, aber natürlich bin ich kein Experte für das internationale Privatrecht Frankreichs. Das Gericht hält mir zwei verschiedene Verwertungshandlungen von Google nicht hinreichend auseinander.

 

Bei der Diskussion einer Urheberrechtsverletzung nimmt das Gericht eine Vervielfältigung durch die Digitalisierung an: "Whereas, however, digitizing a work, a technique consisting in this particular case in scanning the entirety of the works in a given computer format, constitutes a reproduction of the work that as such requires, when it is protected, the previous authorization of the author or its rightful owners"

 

Das Vervielfältigungsstück kann dann über die Suche der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Das Gericht scheint es dabei nicht zu stören, dass ein einziger Nutzer nur einen Snippet zu Gesicht bekommt: "...such that the GOOGLE companies cannot seriously maintain, unless questioning the functionality of the Google Book Search system itself, that setting up a digital file would not be an act of reproduction not in and of itself reproducing an intelligible form of the work, since the fixing resulting from digitizing the works and their storage in a digital data base is always capable of communicating the work to the public in an indirect manner."

 

Die diesbezüglichen Ausführungen sind sehr knapp und in meinen Augen äußerst interpretationsbedürftig. Eine exakte Analyse der urheberrechtlichen Problematik sieht für mich anders aus. Hoffen wir auf das Berufungsgericht!


   

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