22.1.2010
Google & die Zensur von Suchergebnissen in China
In den letzten
Tagen war viel in den Medien über
die Kehrtwende von Google in der
"China-Politik" des Unternehmens zu
lesen. Im Detail will ich dies hier
nicht nachvollziehen, sondern nur
auf einige zentrale Punkte
hinweisen:
Massive
Hacker-Angriffe aus China, der
Diebstahl von
Programminformationen sowie die
zunehmende Einschränkung der
Meinungsfreiheit im chinesischen
Internet haben Google zu der
Entscheidung bewogen,
Suchergebnisse in China nicht
mehr zensieren zu wollen (Official
Google Blog
/
Heise).
Dies
könnte das Ende des Engagements
von Google in China sein.
Wirtschaftlich ein Verlust, für
das Image des Unternehmens aber
sicherlich ein Gewinn. Das
Firmenmotto "We are not evil"
hatte aufgrund der Zensur von
Suchergebnissen in der
Vergangenheit Kratzer bekommen.
Allerdings muss man auch sehen,
dass Google damit "lediglich"
den chinesischen Bestimmungen
nachgekommen ist. Und wer in
China Geschäfte tätig, muss eben
auch deren "Rechtsordnung"
respektieren.
Google
hat angekündigt, in Gesprächen
mit der chinesischen Regierung
klären zu wollen, ob und
inwieweit eine unzensierte
Nutzung der Suchmaschine künftig
realisierbar ist (Heise).
Eine Sprecherin des chinesischen
Außenministeriums erklärte
jedoch bereits, dass Peking hart
bleiben werde. Ausländische
Internetfirmen müssten sich in
China an die Gesetze halten (Heise).
Microsoft hat zur Enttäuschung
von Menschenrechtsorganisationen
erklärt, weiter wie bisher in
China verfahren zu wollen und
damit die Zensur weiter zu
betreiben (Heise).
Wie wird Google in Zukunft mit
Zensur in anderen Ländern
umgehen? Zur Situation in Indien
siehe z.B. das
Wall Street Journal.