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15.1.2010 Google-Steuer in
Frankreich? |
Heute geht es mit einem zweiten Block von Nachrichten
weiter, die in den letzten drei Wochen liegengeblieben sind:
- Seit August 2007 erlaubt ein
Lizenzabkommen zwischen Google und AP die Nutzung der
AP-Inhalte innerhalb von Google News. AP-Meldungen sind
im Volltext unter der Google-Domain abrufbar. Seit dem
24.12. werden allerdings keine neuen Nachrichten mehr
hinzugefügt. Dies soll auf stockende Verhandlungen über
eine Verlängerung des Abkommens und der Weigerung von
Google, auf die Forderungen der AP einzugehen (z.B.
verlangt diese einen Zugang zu Echtzeit-Zugriffsdaten)
zurückzuführen sein (Heise).
- Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger hat sich kritisch über
Google geäußert, insbesondere über die Gigantonomie der
Buchsuche und hochauflösende Aufnahmen bei Street View
und Google Earth. Von Google erwarte sie eine größere
Transparenz hinsichtlich der erhobenen Daten. Wenn das
nicht bald geschehe, "sind wir womöglich als Gesetzgeber
gefordert". (Heise).
- Frankreich möchte legale
Angebote im Internet stärken. Die vom
französische Kulturministerium
eingesetzte Kommission Zelnik schlägt zur Finanzierung
eine Google-Steuer vor! Diese soll bei den
Werbeeinnahmen des Unternehmens anknüpfen, die es durch
Klicks von Nutzern generiert, die ihren Sitz in
Frankreich haben. Grundlage soll also sein, wo der
Umsatz generiert wird. Auf den europäischen Hauptsitz
von Google in Irland soll es nicht ankommen (Heise)!
Die Einnahmen von Google (und natürlich auch anderen
ähnlichen Anbietern) sollen mit einem Steuersatz von ein
bis zwei Prozent belegt werden, was zu Steuereinnahmen
von etwa 50 Millionen Euro führen soll.
Als Reaktion darauf hat Jonathan Todd, Sprecher der
amtierenden EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die
französische Regierung darauf hingewiesen, dass die
diskutierten massiven Subventionen für u.a. die
Musikindustrie seitens der EU genehmigungspflichtig
seien. Ferner hat die Kommission mitgeteilt, dass sie
wegen der Marktmacht von Google keinen Handlungsbedarf
sehe. Ein Unternehmen dürfe eine dominante Position auf
dem Markt haben. Probleme gebe es erst dann, wenn ein
Unternehmen versucht, die dominante Position auf dem
Markt zu missbrauchen.
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