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12.9.2009
Google Buchsuche Vergleich vor dem Showdown |
In den letzten Tagen war ich bei der Herbstakademie in
Oldenburg. In der Zwischenzeit ging die Auseinandersetzung
um die Google Buchsuche munter weiter. Hier ein grober
Überblick:
- Der zweitgrößte Buchverlag der Welt, Hachette Livre,
hat sich gegen den Vergleichsvorschlag ausgesprochen und
auf das hauseigenen Projekt
Numilog zur Digitalisierung von Büchern hingewiesen
(Heise).
- Google hat europäischen Verlagen angeboten, zwei
nicht-amerikanische Vertreter in die Führung der
Registrierstelle aufzunehmen, die die Einigung im Streit
um Buchdigitalisierungen umsetzen soll (Heise).
- Professor Geoffrey Nunberg von der Berkeley School
of Information weist in seinem
Blog auf fehlerhafte Metadaten in der Buchsammlung
von Google hin.
- Gegenüber den Stuttgarter Nachrichten hat
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries
Google "schlicht rechtswidriges" Verhalten
vorgeworfen. "Google sagt: Wir scannen erstmal, schaffen
Fakten, und wenn es einen Urheber stört, dann kann er
sich ja melden." (Heise)
- Eine
Stellungnahme von Google, anlässlich einer Anhörung
des Justizausschusses des US-amerikanischen
Abgeordnetenhauses, hebt noch einmal die Vorteile des
Vergleichs hervor. Angesprochen ist auch der große
Nutzen für blinde Menschen, die zum ersten Mal in der
Geschichte den gleichen Zugang zu den Werken hätten wie
nicht behinderte Menschen. Die Behördenchefin des
Copyright Office, Marybeth Peters,
erklärte, durch
die Vereinbarung würde eine Angelegenheit geregelt, die
normalerweise Sache des Gesetzgebers sei. Die
Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog meldete
kartellrechtliche Bedenken an und wies auf einen Verstoß
gegen die RBÜ hin (Anhörung).
Mehr zu der Anhörung unter
http://judiciary.house.gov/hearings/hear_090910.html.
- Anlässlich der Tagung zum Vergleich, zu der die
Europäische Kommission betroffene Autoren und Verleger
nach Brüssel geladen hatte, stellten die Kommissarin für
Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, und
der Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen,
Charlie McCreevy, in einer gemeinsamen Erklärung
Änderungen des europäischen Urheberrechtsrahmens in
Aussicht (Pressemitteilung
EU-Kommission vom 7. September 2009). Die
EU-Medienkommissarin hatte sich bereits Anfang
Juli dafür ausgesprochen, neue EU-Regeln zu schaffen, um
die Digitalisierung von Büchern voranzutreiben und eine
Grundlage für ein Europa-weites "Book Rights Registry"
zu schaffen.
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