Links & Law - Internetrecht und Suchmaschinenoptimierung für Juristen & Webmaster

Internetrecht für Juristen und Webmaster Suchmaschinen & Such-maschinenoptimierung Blog zu Internetrecht und Suchmaschinenoptimierung Links & Law SEO-Angebote Urteile zum Internetrecht Literatur zu SEO und Internetrecht  Lebenslauf / Impressum 
30.7.2009 Hamburger Erklärung: Verlage gegen Google

Es ist nicht gerade eine große Neuigkeit, dass es Zeitungsverlagen tendenziell wirtschaftlich eher schlecht geht, sie Leser verlieren und Umsatzeinbußen zu verkraften haben. Ebenfalls nicht neu ist es, dass die Schuld lieber bei anderen gesucht wird, als selbstkritisch einige Versäumnisse zu hinterfragen. Was allerdings doch überrascht, ist die Häufigkeit, in der derzeit Google News und ähnliche Dienste verbal angegriffen werden und der Ruf nach einem besseren Schutz durch den Gesetzgeber ertönt. Beispiele gefällig? Die Gruppen EPC (European Publisher’s Council) und WAN (World Association of Newspapers) haben im Juni die sog. Hamburger Erklärung unterzeichnet und die EU Kommission um besseren Schutz ihrer Werke ersucht. Genaue Verbesserungsvorschläge haben sie allerdings nicht unterbreitet. Dafür wird hervorgehoben, wie andere Anbieter von ihren Produkten schmarotzen: „Numerous providers are using the work of authors, publishers and broadcasters without paying for it. Over the long term, this threatens the production of high-quality content and the existence of independent journalism." Hubert Burda hat in der FAZ diesbzgl. von einer schleichenden Enteignung der Content-Produzenten gesprochen. Diese böse böse Suchmaschine Google streicht also einfach so die ganzen Werbeerlöse ein und die armen Qualitätsmedien müssen so viel Geld investieren, um ihre hochwertigen Artikel zu schreiben. Oder anders ausgedrückt: Die Verlieren neiden den Gewinnern das Geld! Wollen wir auch nicht vergessen, Google und Google News bringen den Websites der Zeitungen massig Besucher; Besucher zudem, die ohne dieses Angebot diese Seiten nie gefunden hätten. Damit eröffnen Suchdienste die Möglichkeit, völlig neue Käuferschichten anzusprechen. Ferner sollten die Werbeanzeigen auf den Sites der Verlage nicht vergessen werden, die dank der von Google vermittelten Besucher ebenfalls häufiger angeklickt werden. Es ist also keinesfalls so, dass Google die ganzen Werbeeinnahmen einstreicht!

 

Tja, da wäre dann noch die Möglichkeit, die Crawler von Google mittels robots.txt oder Metatags auszuschließen. Wenn Google wirklich schmarotzen würde und die Verlage nichts von Google haben, warum machen sie davon denn nicht alle Gebrauch? Sie hätten ja nichts zu verlieren, wenn sie an ihr eigenen Worte glauben! Aber sie wissen sehr wohl, dass sie auf Suchmaschinen und insbesondere auf Google aufgrund von dessen Marktanteil angewiesen sind. Ihnen geht es einzig um mehr Geld und dies versuchen sie nicht mit neuen Innovationen zu verdienen, sondern durch eine Hemmung neuer Geschäftsmodelle wie Google News mit den Fesseln des Urheberrechts.

 

Bleibt zu hoffen, dass die Politik das „Geschwätz“ der Verlage nach einem besseren Urheberrechtsschutz nicht erhört und erst recht nicht auf den Gedanken kommt, die Verlinkung einer Webseite von einer Genehmigung des Betreibers der verlinkten Seite abhängig zu machen. Auch derartige blödsinnige Forderungen hatten wir erst kürzlich! Für’s Sommerloch mag die Diskussion genügen, dann ist aber wieder gut!

 

Die Reaktion von Google auf die Hamburger Erklärung fand ich gut: Ein kurzer Blogbeitrag und der Hinweis auf robots.txt. Mehr hat diese auch nicht verdient.


   

Google
 
Web www.linksandlaw.de

 

 

n

 

News

Die aktuellen News finden Sie auf dieser Seite.

Ältere News wandern ins Archiv (2005, 2006, 2007, 2008,  2009, 2010, 2011 und 2012)

 

 
 

Internetrecht-Startseite | Kontakt | Anwälte Internetrecht | Internetrecht-Suchmaschine

Copyright © 2002-2009  Dr. Stephan Ott