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9.1.2009 Wie Google ein Bewegungsprofil eines Nutzers im Internet erstellen könnte
Wie schwierig wäre es eigentlich für Google, ein komplettes Bewegungsprofil eines Nutzers im World Wide Web zu erstellen? Vermutlich wesentlich einfacher, als es einem lieb wäre. Besonders einfach kann man es dem Unternehmen z.B. durch die Verwendung des Google Browsers Chrome oder der Google Toolbar machen, wenn bei diesen Programmen der Übermittlung von Informationen an Google kein Riegel vorgeschoben wird (siehe z.B. Google Chrome: So verhindert man das Sammeln von zu vielen Daten).

Aber auch ohne Verwendung dieser Tools, Google folgt Ihnen auf Schritt und Tritt: Mittlerweile bekannt sein sollte, dass Google die Suchanfragen seiner Nutzer aufzeichnet und ebenso, welche Suchtreffer sie anklicken (diese Daten werden erst nach neun Monaten anonymisiert). Durch den Einsatz eines Cookies können so detaillierte Informationen zu einem Nutzer zusammengetragen werden (der auch sofort identifizierbar ist, wenn er sich bei einem Google Dienst anmeldet oder ggf. auch, wenn er sich durch regelmäßiges "Ego-Googlen" selbst verrät).

Außerdem wird es selbst ohne vorherige Suche immer schwerer, dem Datenkraken zu entgehen. Verwendet die Seite, die sie besuchen, das Webstatistikprogramm Google Analytics (80% aller bedeutenden Seiten in Deutschland und Österreich sollen dies tun!), schon kann Google über Cookie und/oder IP-Adresse von ihrem Besuch erfahren. Gleiches gilt, wenn Google auf dieser Seite Anzeigen im Rahmen des AdSense-Programms ausliefert. Gleiches gilt bei der Werbung vom übernommenen Unternehmen DoubleClick. Ein You-Tube-Video oder Karte von Google Maps auf der Seite eingebettet, Google bekommt die Daten ihres Besuchs. Bietet eine Seite seinen Nutzern den Service einer Google-Suchmaske, dann werden beim Aufrufen der Seite ebenfalls wieder Daten an Google gesendet. Vor Google sicher sind sie also fast nur noch dann, wenn sie keine Seite mehr besuchen, die Dienste von Google verwendet und sie selber Google auch nicht verwenden. Zum Glück stehen andere Suchmaschinen wie Ask zur Verfügung. Diese wirbt z.B. mit dem Feature AskEraser, mit dem Nutzer eine Speicherung der Daten ihrer Suchanfrage widersprechen können. Der kleine Schönheitsfehler, die Werbung bei Ask stammt zum Großteil wieder von Google. Die Daten, die Ask von ihnen löscht, speichert dafür Google ...

 

Wenn man sich diese Dinge vor Augen hält, dann wird einem das "Datenschutzproblem Google" erst so richtig bewußt. Das Missbrauchspotential ist enorm. Auch wenn Google sich bislang bei der Verwendung der Daten zurückhalten sollte, es handelt sich um eine Aktiengesellschaft und diese muss im besten Interesse seiner Aktionäre handeln, nicht in dem seiner Nutzer. Daraus kann sich über kurz oder lang ein Konflikt an der Frage der besseren Nutzung der über Nutzer gefundenen Informationen entzünden.
 
Und selbst wenn es jemand dann doch schaffen sollte, dass er selbst bei seinen ganzen Online-Aktivitäten Google keine Informationen über sich liefert, ist er immer noch der theoretischen Gefahr ausgesetzt, dass Suchanfragen anderer Nutzer etwas über einen verraten. Suchen nach "Ott Elsa Seminar Google", "Ott Bayreuth" oder "Stephan Ott Urlaubsbild London" könnten einem Suchmaschinenanbieter Hinweise darauf liefern, wo jemand arbeitet, wohnt oder Urlaub macht.
 


   

Google
 
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