21.11.2008
Persönlichkeiten in Argentinien klagen sich aus dem Index von Google und
Yahoo heraus
Wer
meint Suchmaschinen hätten in Deutschland schon
ein schweres Leben, bei all den Diskussionen
über die Zulässigkeit einzelner Features wie der
Bildersuche oder Street View, der sollte einen
Blick nach Argentinien werfen. Der Anwalt Martin
Leguizamon hatte zunächst ca. 70 Mode-Modells
vertreten und die Entfernung von Suchergebnissen
aus den Trefferlisten verlangt, die zu
pornographischen Seiten mit den Bildern seiner
Mandanten führten. Gerichte erließen
entsprechende einstweilige Verfügungen gegen
Google und Yahoo. In der Folge wandten sich auch
immer mehr Berühmtheiten, u.a. Maradona, an den
Anwalt, um ebenfalls unliebsame Suchtreffer
entfernen zu lassen. So sind inzwischen weit
mehr als hundert richterliche Verfügungen
ergangen. Anfangs wurde noch das Filtern
konkreter Seiten oder Keywords verlangt,
inzwischen generell die Entfernung
verleumderischen oder skandalösen Materials.
Yahoo hat vor dieser Forderung inzwischen
kapituliert. Anfangs wurde noch versucht, nur
einzelne Seiten aus den Trefferlisten zu
verbannen. Doch stellte sich dies als wenig
effektiv heraus und der Anwalt dürfte bei jedem
Verstoß gegen die Anordnungen eine Strafzahlung
gefordert haben. Jedenfalls ist Yahoo dazu
übergegangen, fast jede Webseite mit Bezug zu
den Persönlichkeiten aus dem Index zu entfernen;
Seiten von großen Newsanbietern ausgenommen.
Google zeigt sich bislang noch zurückhaltender
mit der "Zensur" und setzt seine Hoffnungen wohl
auf Berufungsverfahren und Verhandlungen mit der
argentinischen Regierung, die diese Rechtslage
beheben soll.