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27.9.2008 SuMa e.V. Kongress 2008 - Nur Googlebashing?

Vor zwei Tagen war ich auf dem SuMa e.V. - Kongress in Berlin. An dieser Stelle möchte ich nicht auf die einzelnen Vorträge im Detail eingehen. Auf der offiziellen Webseite werden in Kürze die entsprechenden Powerpoint-Präsentationen zu finden sein. Vielmehr möchte ich auf einige Punkte hinweisen, die ich besonders interessant fand:

Der Natur der Veranstaltung entsprechend, ist die Veranstaltung tendenziell eine, die sich äußerst kritisch mit der Marktmacht von Google beschäftigt. Anders, als es im letzten Jahr gewesen sein soll, lief das Event aber ohne echtes "Googlebashing" ab und wartete mit vielen Vorträge auf, die sich allenfalls am Rande mit Google beschäftigt haben.

Interessant fand ich, dass es zahlreiche Webseiten geben soll, die im robots.txt nur noch das Crawlen mit dem Googlebot erlauben. Andere Suchmaschinen, die einen eigenen Index erstellen wollen, bleibt damit nur die Wahl, entweder diesen Standard zu missachten (und damit evtl. sogar in den Bereich einer Urheberrechtsverletzung zu gelangen) oder aber auf einen umfassenden Index zu verzichten. Soweit der Ausschluss anderer Crawler auf Seiten staatlicher Webseiten erfolgt, dürfte dies rechtlich unter dem Gesichtspunkt von Art. 3 GG (Gleichheitsgrundsatz) durchaus bedenklich sein. 

Die Diskussionsrunde mit den medienpolitischen Sprecher/innen aller im Bundestag vertretenen Fraktionen war zwar nett zuzuhören, zeigte aber  keine wirklichen Perspektiven auf. Die Marktmacht von Google werde zwar beobachtet, aber konkrete Pläne zu einem rechtlichen Eingreifen, in welcher Art auch immer, gebe es nicht. Aus dem Publikum wurde mehrfach gefordert, endlich klare Haftungsregelungen für Suchmaschinen zu schaffen. Dies scheint ja mittlerweile wirklich in Angriff genommen zu werden und Anfang nächsten Jahres soll es einen Referentenentwurf für eine Änderung des TMG geben. Damit hat der deutsche Gesetzgeber es in der Hand, endlich wieder eine Vorreiterrolle innerhalb der EU einzunehmen, die derzeit anscheinend vor den Herausforderungen weitgehend kapituliert und es auch mit über vier Jahren Verspätung noch nicht geschafft hat, den zweiten Bericht zur Anwendung der E-Commerce-Richtlinie zu erstellen. Grund für großen Optimismus gibt es aber nicht. So ließen die Politiker durchblicken, dass sie bislang auch kein Patentrezept für einen neue Regelung hätten. Aus Angst vor einer Verschlechterung könne es sinnvoller sein, gar nichts zu verändern. Angesichts dessen, dass die Probleme mit dem TMG (früher TDG bzw. MDStV) teilweise seit 7 Jahren bekannt sind, eine ziemliche Bankrotterklärung!

Der Vertreter der FDP sprach sich übrigens für die Übername der österreichischen Regelung zu Suchmaschinen aus. Diese sieht eine weitergehende Privilegierung ähnlich der für Access-Provider vor. 

Schließlich das Fazit, dass sich für mich die Reise nach Berlin gelohnt hat. Neben einem ersten Eindruck von SuMa e.V. konnte ich zahlreiche nette Gespräche mit anderen Teilnehmern führen, was mich noch einmal in dem Entschluss gestärkt hat, die Aktion "Internetrecht-Stammtisch" in München weiter zu treiben.


   

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