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18.9.2008 Neuer Browserkrieg - Google Chrome greift Microsoft an
Der neue Browser von Google, Chrome hat in den ersten beiden Wochen nach seiner Einführung für ziemlich viel Wirbel gesorgt. Von einer Neuauflage des Browserkriegs ist gar die Rede. Zeit also, einmal einen groben ersten Überblick über die Entwicklung zu geben.

Technik

  • Der Browser ist schneller als die Konkurrenz (siehe den Test von Heise).
  • Tabs mit einzelnen Webseiten oder Anwendungen können getrennt voneinander betrieben werden. Störungen in einem Tab können so in anderen Tabs angezeigte Webseiten oder aktive Webapplikationen nicht beeinflussen oder stören.

aber:

  • Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bemängelte die Veröffentlichung der Beta-Version von Chrome, da das Programm derzeit viele gefährliche Sicherheitslücken enthalte und noch nicht ausgereift sei: "Bedenklich ist in diesem Zusammenhang, dass das Produkt als Beta-Version einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird, z. B. als Download-Link auf www.google.de, ohne dass auf die Eigenschaften von Beta-Versionen und bei deren Einsatz zu treffende Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen wurde."
  • Einige entdeckte Sicherheitslücken hat Google rasch geschlossen (ZDNet).
  • "Chrome" hat im Test der Fachzeitschrift "Computerbild" das Urteil "mangelhaft" erhalten.

Siehe auch: Google Chrome, Comic zu Bedienoberfläche und technischen Details von Googles Webbrowser.

 

Datenschutz

Google beschreibt selbst ausführlich, welche Daten zu welchem Zweck vom Browser gesammelt werden. Auch ein anonymer Modus, in dem Chrome keine Informationen zu den aufgerufenen Websites speichert, lässt sich einrichten.

  • In den Datenschutzhinweisen zu Google Chrome ist zu lesen, dass bei der Installation "mindestens eine eindeutige Anwendungsnummer" generiert und diese bei jedem Update übertragen wird.
  • Interessant sind die Informationen, die Matt Cutts in seinem privaten Blog über die an Google übermittelten Daten gibt. Danach soll das ganz normale Surfen nicht protokolliert werden. Aber zahlreiche Features führen zu einem konstanten Datenfluss zu Google, der dessen Möglichkeiten zur Erstellung von Nutzerprofilen weiter vergrößert. So kommen z.B. die Vorschläge, die Nutzer bei Eingaben in der sog. Omnibox (so heißt die Adresszeile, in der neben einer URL auch eine Suchanfrage an Google eingegeben werden kann) erhalten, direkt vom Google-Server. Dieses Feature lässt sich deaktivieren, was bei der Funktion "Sicheres Durchsuchen" nicht möglich ist, die alle 30 Minuten eine Liste bekannter Phishing- und Malware-Websites herunterlädt. Besucht ein Anwender eine gefährliche Seite, wird ein Teil der URL verschlüsselt an Google geschickt.

Und noch ausführlicher zur Identifikationsnummer:

  • Bei der Installation bekommt jeder Browser eine eindeutige Nummer zugeordnet, die immer wieder zusammen mit anderen Daten an Google gesendet wird.
  • Erste Programme werden angeboten, um diese sog. Chrome ID zu entfernen. Der Googlewatchblog hat diese getestet. Gegenüber diesem soll Google Sprecher Kay Oberbeck auch darauf hingewiesen worden sein, dass es sich bei der Vergabe solcher Installations-IDs um einen gängigen Industriestandard handle, der bei anderen Browsern und anderer Software zum Einsatz kommt. Des Weiteren betonte er, dass diese Installations-Nummer in keinster Wiese mit Eingaben, die über die Such- und Adresszeile getätigt werden, verbunden ist.
  • Der Googlewatchblog beschreibt ferner, wie auch ohne Hilfe von zusätzlichen Programmen jeder Nutzer die ID abschalten kann.


   

Google
 
Web www.linksandlaw.de

 

 

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