Die geplante Zusammenarbeit von
Google mit Yahoo im
Anzeigengeschäft stößt auf immer
mehr Widerstand in den USA und
Kanada. Im Juni diesen Jahres
vereinbarten die beiden
Unternehmen bekanntlich in einem
längerfristigen Vertrag, dass
Yahoo von Google verkaufte
Werbung in den USA und in Kanada
auf seinen Webseiten anzeigen
wird (Die
Vereinbarung finden Sie hier).
Die Entscheidung, für welche
Suchanfragen Google AdWords
Anzeigen eingeblendet werden,
liegt dabei bei Yahoo. Der
Vertrag ist zunächst auf vier
Jahre abgeschlossen, kann aber
zweimal um je drei Jahre
verlängert werden. Es wird
angenommen, dass Yahoo jährlich
ca. 800 Millionen Dollar mit der
Vereinbarung verdienen kann.
Trotz der angekündigten
Untersuchung des Deals durch das
US-Justizministerium und
entsprechenden Ankündigungen
auch aus Kanada zeigte sich der
CEO von Google, Eric Schmidt,
zuletzt noch sehr
zuversichtlich, dass die
Anzeigenkooperation bereits im
Oktober starten kann.
US-Medien sehen in aktuellen
Entwicklungen jedoch ein
Zeichen, dass das
Justizministerium gegen Google
vorgehen will. Derzeit sammelt
es Stellungnahmen zu dem
Geschäft und hat den früheren
Walt-Disney-Manager und
bekanntesten US-Kartellexperten
Sanford Litvack damit
beauftragt, die gesammelten
Dokumente und Aussagen zu
prüfen. Es ist eher selten, dass
das Ministerium juristischen
Beistand von außen holt. Beim
Vorgehen gegen Microsoft war
dies der Fall und in der Presse
werden deshalb Parallelen
gezogen. “They wouldn’t bring in
a special counsel unless they
were preparing to litigate,”
wird ein Kartellrechtler
gegenüber der
New York Times zitiert.
Eine der beim
Justizministerium
eingegangen
Stellungnahmen
äußert sich sehr
kritisch zu der
geplanten
Zusammenarbeit
und stammt von
einer
gewichtigen
Organisation,
dem
US-amerikanischen
Werbetreibendenverband
Association of
National
Avertisers
(ANA): Google
und Yahoo würden
zusammen 90 %
des
Suchanzeigenmarktes
einnehmen. Eine
Konzentration
von Marktmacht,
eine
Einschränkung
der
Wahlmöglichkeiten
für
Werbetreibende
und die
Verteuerung
hochqualitativer
Suchanzeigen
wären die
Folgen.
Sowohl Google als auch Yahoo
haben ihren Firmensitz in
Kalifornien. Der
Generalstaatsanwalt dort, Jerry
Brown, hat zwar noch keine
Untersuchung eingeleitet, lasse
sich aber laut eines
Berichts des San Francisco
Chronicle von der Justizbehörde
Dokumente zum Fall zur Verfügung
stellen.