In den USA ist Mitte Juli ein
richtungsweisendes Urteil zur Haftung von
Auktionshäusern für Angebote gefälschter
Markenprodukte ergangen. Konkret standen sich
Tiffany und eBay gegenüber. Der
United
States District Court Southern District of New
York hatte darüber zu befinden, ob eBay
seinen Pflichten genügt, wenn das Unternehmen rechteverletzende
Angebote nach einem Hinweis des Rechteinhabers
entfernt oder ob das Unternehmen von sich aus
noch mehr unternehmen muss. In Deutschland ist
der BGH ja bekannterweise der Ansicht, dass ein
Auktionsveranstalter zwar zunächst nicht zu
einer proaktiven Kontrolle von Angeboten
verpflichtet ist. Wird ihm dann aber ein
Rechtsverstoß bekannt, muss er nicht nur das
konkrete Angebot entfernen, sondern auch
verhindern, dass gleichartige erneut erscheinen.
Das Urteil aus New York werde ich in dieser und
den nächsten beiden News-Meldungen ausführlicher
analysieren. Zum Beginn heute einige
interessante Fakten zur Bekämpfung des
Markenmissbrauchs bei eBay:
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eBay entfernt rechtsverletzende Angebote
nach einem Hinweis. Das Unternehmen
investiert jährlich ca. 20 Millionen
US-Dollar in den Kampf gegen
Produktpiraterie. Von Dezember 2000 bis Mai
2002 wurden die Auktionsangebote durch
Mitarbeiter überwacht, seit Mai 2002 setzt
eBay dafür eine sog. "fraud engine" ein, die
illegale Angebote und damit auch gefälschte
Markenprodukte aufspüren soll. Jährlich
fließen ca. 5 Millionen US-Dollar in ihre
Weiterentwicklung. Die Suchmaschine findet
täglich mehrer tausend bedenkliche Angebote,
die dann von Mitarbeitern überprüft werden.
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eBay stellt Rechteinhaben mittels des sog.
Verified Rights Owner Programms (VeRO) ein
einfaches Notice and Take Down-Verfahren zur
Verfügung. Diese können Rechtsverletzungen
melden (mittels einer sog. Notice of Claimed
Infringement oder NOCI) und eBay beendet
dann die entsprechenden Auktionen innerhalb
von 24 Stunden (in 3/4 aller Fälle erfolgt
die Löschung innerhalb von 4 Stunden).
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Tiffany ist zunächst gegen Anbieter von
Fälschungen vorgegangen. Aufgrund der
gewaltigen Zahl von Produktpiraten ist das
Unternehmen dann aber bereits 2003 an eBay
herangetreten, um das Problem einzudämmen.
EBay wollte sich dabei insbesondere nicht
auf die Forderung einlassen, jeden Anbieter
mit 5 oder mehr Schmuckstücken von Tiffany
automatisch sperren zu lassen.
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Seit 2003 hat Tiffany eBay mehr als 280.000
Fälle von gefälschten Markenprodukten mit
dem VeRO-Programm gemeldet und dafür Geld in
Höhe von rund 760.000 US-Dollar investiert!
Dabei seien noch nicht einmal alle
gefälschten Produkte aufgeflogen.
Insbesondere Versteigerungen an Wochenenden
oder mittels der "Buy it now" Option seien
häufig ohne rechtzeitige Angreifmöglichkeit
abgewickelt worden.
-
Probekäufe von Tiffany haben ergeben, dass
über 70% der bei EBay gekauften
Tiffany-Artikel Fälschungen waren. Lediglich
bei 5 % konnte festgestellt werden, dass es
sich um Originale handelt. Auch wenn das
Gericht Kritik an der konkreten Erhebung
dieser Daten hatte, ist doch unbestritten,
dass eine Vielzahl von Tiffany-Angeboten bei
eBay Fälschungen sind.