29.5.2008
Google konkurrenzlos bei der Buchsuche? Microsoft macht einen Rückzieher
Die Google Buchsuche dürfte einen erstzunehmenden
Konkurrenten weniger haben. Völlig überraschend stellt
Microsoft seinen Dienst "Live Search Books" ein und zieht
sich von der
Open Content Alliance zurück. Seit Dezember 2006 waren
mehr als 750.000 Bücher gescannt und über 80 Millionen
Artikel indexiert worden. Hintergrund für den Schritt von
Microsoft war anscheinend die schlechte finanzielle
Situation der Open Content Alliance, deren hauptsächlicher
Förderer das Unternehmen bislang war.
Die Open Content Alliance scannt nur Bücher, deren
Urheberrechtsschutz bereits ausgelaufen ist oder deren
Urheber der Erfassung ausdrücklich zugestimmt haben. Google
hingegen scannt in
zahlreichen Universitätsbibliotheken alle Werke, also
auch urheberrechtlich noch geschützte und beruft sich dabei
auf den US-amerikanischen fair use Grundsatz (mehr dazu in
meinem Aufsatz "Die
Google-Buchsuche", GRUR Int. 2007, 562-569).
Ob Google sich mit dieser Rechtsansicht durchsetzen wird,
ist Gegenstand mehrerer Gerichtsverfahren. Vor Mitte 2009
ist aber nicht mit einer Entscheidung zu rechnen (zum
Zeitplan des Gerichts).