Wilbur und Zhu haben eine sehr interessante Untersuchung
zu Klickbetrug vorgelegt. Diese findet sich unter
http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1083835.
Besonders spannend finde ich die Erklärung, dass
Klickbetrug nicht notwendig Auswirkungen auf die
Ausgaben der Werbetreibenden haben muss. Wenn diese eine
ungefähre Vorstellung von der Größenordnung des
Klickbetrugs bei einem von ihnen gewählten Keyword
haben, werden sie in gleicher Weise den Betrag
reduzieren, den sie bereit sind, für einen Klick zu
bezahlen. Im Idealfall ist Nutzen und gezahlter Preis
für die Werbeschaltung so identisch, unabhängig davon,
wie viele Klicks in betrügerischer Absicht erfolgen.
In diese Richtung zielt auch ein Kommentar von Eric
Schmidt, dem CEO von Google, der ebenfalls eine Art
"Selbstheilung" des Marktes sieht: "Eventually the
price that the advertiser is willing to pay for the
conversion will decline because the advertiser will
realize that these are bad clicks. In other words, the
value of the ad declines. So, over some amount of time,
the system is, in fact, self-correcting. In fact, there
is a perfect economic solution, which is to let it
happen."
Das System versagt allerdings dann, wenn Werbetreibende,
was meistens der Fall sein wird, keinerlei Ahnung über
die Zahl der falschen Klicks haben. Die Studie zeigt
auf, dass dies in Abhängigkeit davon, ob es sich um ein
umkämpftes Keyword handelt, sowohl zu einer Steigerung
als auch zu einem Abfallen der Einnahmen eines
Suchmaschinenbetreibers führen kann.
Schließlich spricht sich die Untersuchung für die
Einführung einer neutralen Stelle aus, die die Maßnahmen
der einzelnen Anbieter zur Vermeidung von Klickbetrug
überprüft. Wenn dabei noch die Effizienz der
eingesetzten Algorithmen beurteilt wird und diese
Einstufung publik gemacht wird, könnte dies zu einem
verstärkten Wettbewerb unter den Anbietern führen,
Klickbetrug immer effizienter zu unterbinden.